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Schlüssel vergessen, die Dritte

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So langsam wird’s ja ein bisschen peinlich. Oder besser gesagt, besorgniserregend. Oder beides. Aber in diesem Fall kann ich eigentlich meinem Bruder zumindest eine Teil-Schuld geben *g* Er hat mich gestern Abend mit dem Auto abgeholt und ich wollte die Chance nutzen endlich mal die vielen Getränke- bzw. Verpackungskartons (z.B. vom Gartentisch, der Karton steht also schon seit einem halben Jahr in meinem Abstellraum) wegzubringen. Er kam also runter, schnappte sich ein paar der Kartons, meinte „Nimm mal ein Messer mit zum Kleinschneiden“ und „Ich geh schon mal wieder rauf, ich stehe mitten auf der Straße!“ und verschwand. Ich suchte also hektisch nach einem Messer, schnappte mir die restlichen Kartons und das Altpapier, machte das Licht im Vorflur aus, zog die Treppenhaustür hinter mir zu und eilte nach oben zur Straße.

5 Minuten später, Papier und Kartons entsorgt, auf dem Weg zu meiner Freundin merkte ich auf einmal, dass ich meinen Schlüsselbund nicht in der Hosentasche hatte. Hatte ich überhaupt abgeschlossen? Hatte ich meine Wohnungstür überhaupt zugemacht? Oder hatte ich meine Schlüssel aus Versehen irgendwo vor mich ins Auto geschmissen? Oder aus Versehen in die Tüte mit dem Altpapier? Meine Schreckensvisionen wurden immer schlimmer. Es half alles nix: Meine Freundin ins Auto geladen, zurück zu mir bzw. meiner Mutter, die meine Zweitschlüssel hat. Auf dem Weg dorthin wahnsinnig konstruktive (*ironymode off*) Kommentare meines Bruders und „Ich hab mich in Köln damals auch mal ausgeschlossen. Der Schlüsseldienst hat mich 150 Mark gekostet“ Erzählungen der Freundin. Danke, genau so was wollte ich in dem Moment hören ;-)

Mit den Zweitschlüsseln und nach einigen weiteren konstruktiven Kommentaren meiner Mutter (so a la „Das kann auch nur DIR passieren“) ging es also zurück zu meiner Wohnung. Ich betrete den Vorflur und sehe: Die Wohnungstür ist zugezogen. Na toll! Dann steckt der Schlüssel sicher noch von innen. Und ich komme jetzt mit dem Zweitschlüssel auch nicht rein. Einer der konstruktiven Kommentare meines Bruders war übrigens: „Wie kann man denn auch so blöd sein und den Wohnungsschlüssel innen stecken lassen?!?!?“ (Ganz einfach, weil ich ihn sonst sicher öfter mal vergessen würde mitzunehmen, aber das hab ich da besser nicht geantwortet, sonder alle - ich geb's zu berechtigten - Vorwürfe stoisch ertragen).
Mein Bruder meinte zwar auch, dass es Türen gibt, die man aufschließen kann obwohl auf der anderen Seite der Schlüssel steckt, aber das das funktionieren könnte, konnte ich mir ja irgendwie gar nicht vorstellen. Probiert hab ich es trotzdem. Und die Tür ging auf. Nächster Gedanke: Shit, dann hast du den Schlüsselbund irgendwo verloren. Ich wusste in dem Moment nicht was das größere Drama gewsen wäre. 100€ Schlüsseldienst oder alle wichtigen Schlüssel (auch fürs Büro etc) verloren zu haben. Ich schau auf die Innenseite der Tür: Nicht zu glauben, da steckt der Schlüsselbund. Und mit einem lauten Plumps fiel mir ein riesiger Felsbrocken vom Herzen.

Was lerne ich daraus? Lerne ich überhaupt irgendwas draus? So wie ich mich kenne, befürchte ich ja mal: Leider gar nix ;-)

Melli am 19. Dezember 2004 um 22:40
Hi Sue!
Noch ein konstruktiver Vorschlag: Schlüsselbund um den Hals hängen. Als Kind mußte ich das immer machen, damit ich ihn nicht dauern verlege und verliere.
*g*
Melli
(bitte nicht hauen)

   

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